Vergangenen Samstag hatte ich mit meiner Band “Skyloader” einen Gig in einem Musiklokal im Münchner Umland. Auf der Gig-Bewertungsskal von 1 bis 10 - davon ausgehend, dass 10 das beste ist - würde ich ihm eine 6 plus geben. Vielleicht auch 7 minus. Diese sehr lange Aufbau- und Soundcheckphase, die dem Auftritt vorgeschaltet ist, ist irgendwie ermüdend - zuletzt ist man fix und fertig bevor man nur einen Ton gespielt hat.
Auf der Positivliste: Das Publikum ist gut mitgegangen und hat sogar getanzt. Sowas geht dem Musiker runter wie Öl, schließlich stellt er sich nur deshalb auf die Bühne. Negativ: Ich konnte zum Teil nicht abschalten und wälzte noch während des Auftritts Kindergartenprobleme. Bei “Time after Time” dachte ich über das Für und Wider der Waldpädagogik nach, bei “Fields of Gold” über das Für und Wider von Elterninitiativen. Außerdem war ich zuvor kaum aufgeregt. Ok, ich habe inzwischen schon einige Band-Auftritte hinter mich gebracht, aber sollte ich schon SO abgebrüht sein?
Dass Muttersein und Musikmachen manchmal nicht ganz kompatibel ist, bestätigte sich dann wieder mal am nächsten Morgen um halb 7, als mich mein vierjähriger Sohn mit einem gezielten Sprung auf den Rücken aus dem Tiefschlaf holte. Vor meinem geistigen Auge erschienen Bilder aus der Vergangenheit, als man nach dem Auftritt alkoholisiert um 5 Uhr früh nach Hause kam und erst nachmittags um zwei wieder die Augen öffnete. Und heute? Fahre ich nach dem Auftritt brav mit der letzten S-Bahn nach Hause. Getrunken habe ich maximal ein Bier.


